Naturheilpraxis

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Streaming Abmahnung Urmann + Collegen

Allgemein / 11. Mai 2014 /

http://www.kanzlei-wrase.de/gegnerliste/abmahnung-u-c-rechtsanwaelte/

Die Kanzlei U + C hat vor Kurzem haufenweise Streaming-Abmahnschreiben an ungefähr vielmehr als zehntausend Nutzer geschickt, die sich auf der Seite RedTube Videos angeschaut haben. Ihr Auftraggeber ist die schweizerische The Archive AG.
RedTube ist eine Seite, auf der Online-Videos angeklickt und angeguckt werden können. Die Beschuldigung, die das Anwaltsbüro U+C in den Abmahnschreiben erhebt, berührt das temporäre Speichern der angesehenen Filme auf dem Computer. Die Benutzer sollen damit gegen das Copyright verstoßen haben. Und hier herrscht Unbestimmtheit darüber, ob die Abmahnungen begründet sind, weil: Für den Fall, dass jemand ein Lied, eine Grafik oder ein Video aus dem Internet herunterlädt und auf dem eigenen PC abspeichert, verstößt er gegen fremdes geistiges Eigentum. Beim Streaming, sowie es bei RedTube der Fall ist, werden die Files aber nicht gedownloadeet. Während der Film, den sich der Benutzer ansieht, lädt, werden Abschnitte davon in dem Cache, dem sog. Speicher eines Rechners, gespeichert. Jene Files sind jedoch nicht dauerhaft erhältlich, sondern werden nach dem Angucken sofort noch einmal überspeichert. Wenngleich es sich beim Streamen um eine rechtliche Grauzone dreht und es bisher noch kein richterlichen Beschluss gibt, werfen die Rechtsanwälte von U+C vielen User von RedTube Urheberrechtsverletzung vor.
Doch nicht bloß wegen der womöglich falschen Unterstellung warnen jede Menge Anwälte davor, die von Urmann und Collegen gesendeten Abmahnschreiben mit einer Gesamtforderung von 250 € einfach so auf sich zu nehmen. Kritik liegt in der Identifikation der Seitenuser. Auf RedTube muss sich niemand anmelden oder etwas über seine Person zur Schau stellen. Eine Identifikation ist daher allein über die IP-Adresse der User machbar. Die Kontaktadressen, welche sich hinter den IP-Adressen verbergen, hat das Anwaltsbüro
Urmann und Collegen vom Telefonanbieter Telekom bekommen. Und genau dort setzt die Beurteilung unterschiedlicher Rechtsanwälte ein: Damit ein Internetprovider die IP-Adressen veröffentlichen darf, ist ein juristischer Beschluss vorgeschrieben. Diesen haben sich die Juristen mit dem Grund der Urheberrechtsverletzung besorgt. Da es aber für Streaming noch keine Rechtsgrundlage gibt und es sich um eine Grauzone dreht, kann auch keine Urheberrechtsverletzung bestehen.
In dem juristischen Beschluss, mit dem Urmann und Collegen die Herausgabe der IP-Adressen erwirkt hat, lautet es: „Durch das unerlaubte publike Zugänglichmachen des geschützten Werkes über ein sog. Tauschportal liegt ein Gesetzesbruch des §19 des Urheberrechtsgesetzes vor“. Da RedTube aber keine Tauschbörse und stattdessen ein Streamingportal ist, bei welchem die Filme nicht heruntergeladen und stattdessen nur online angeguckt werden, sind die Richter von irrtümlichen Tatsachen ausgegangen. Nichtsdestoweniger darf die Die Anwaltskanzlei U + C die Informationen einsetzen – was sie im Umstand der Abmahnungen auch getan hat.
250 Euro sollen die Opfer nun zahlen. Der Schadenersatz macht in diesem Zusammenhang aber den unbedeutendsten Abschnitt aus, nämlich 15,50 Euro. Der Rückstand fließt in die Geldkasse von U+C: 65 € ergeben sich aus dem Ermittlungsaufwand und 169,50 € für die Kanzlei. Das ist zu viel, max. 150 € dürfen bei dem schwachen Streitwert in Rechnung gestellt werden.
Wer eine Streaming-Abmahnung von U+C erhalten hat, darf jene aber nicht bloß außer Acht lassen und wegschmeißen. Massenabmahnschreiben dienen vor allem der Einschüchterung und des Öfteren sind sie folglich erfolgreich: Etliche Personen bezahlen lieber, ehe sie weitere Probleme befürchten müssen. An diesem Punkt sollte die Forderung aber nicht gleich beglichen, und stattdessen eher ein Rechtsanwalt gesucht werden. Dieser kennt sich mit der Angelegenheit am meisten aus und kann dazugehörende Abwehrschritte einleiten.